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Kulturgenuss in Bergen und Siegsdorf

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Kulturgenuss in Bergen und Siegsdorf

Vom 13.10. bis zum 28.10. veranstalteten die Gemeinden Bergen und Siegsdorf bereits zum dritten Mal das gemeinsame, zweiwöchige Kulturkonzept „Kulturgenuss in Bergen und Siegsdorf“.

Vom 13.10. bis zum 28.10. veranstalteten die Gemeinden Bergen und Siegsdorf bereits zum dritten Mal das gemeinsame, zweiwöchige Kulturkonzept „Kulturgenuss in Bergen und Siegsdorf“. In diesem Rahmen fand unter der Initiatorin des Christkindl-Wallfahrtsmuseum in Siegsdorf, Rosi Bauer, vom 19.10.bis zum 21.10. die Veranstaltung „Klosterkunst Anno-dazumal“ statt.

Hierfür lud Frau Bauer drei Mitwirkende aus den Bereichen der religiösen Volkskunst ein, um die „Antiquitäten von morgen“ zu erschaffen.

So konnte beispielsweise der Goldhaubenstickerin und Obfrau dieser fast ausgestorbenen Kunst, Grete Hammel, aus dem österreichischen Mostviertel über die Schulter geschaut werden. Vor knapp 40 Jahren erlernte Frau Hammel dieses Handwerk und fertigt seither in mühevoller Handarbeit und Präzision die aufwendigen und kostbaren Hauben aus vergoldeten Pailletten, Salzburger Bouillon, Lahn und Swarovski-Jet an. Die Goldhaube fand ihren Ursprung in der süddeutschen und österreichischen Trachtenkultur während der Biedermeierzeit. Während dem ersten und zweiten Weltkrieg kam die Tradition zum Stillstand, Mitte der 50er Jahre erlebte schließlich die kostbare Frauenkopfbedeckungen eine Renaissance. Seither werden die Goldhauben wieder traditionell von den Goldhaubenfrauen bei besonderen Anlässen zur Festtagstracht getragen.

Zusätzlich war die Goldklöpplerin Evi Forster aus Tittmoning bei der Arbeit zu sehen.

Bei dieser aufwendigen Handarbeitstechnik, deren Ursprung man auf das 16. Jahrhundert in Italien schätzt, werden mit spindelförmigen, hölzernen Spulen und dem daran aufgewickelten Bouillon filigrane und feingliedrige Spitzen geklöppelt. Handklöppelspitzen werden nach einem systematischen Wechsel von Verdrehen-Verkreuzen-Verknüpfen-Verschlingen von vergoldeten oder versilberten Fäden nach Vorlage eines Klöppelbriefs gefertigt. Die Klöppelspitzen dienen später als Verzierung für Trachtenkleidung, Umhängen und Klosterarbeiten.

Auch Monica Nusser, Echtgoldstickerin aus dem Allgäu, war zu Besuch in Siegsdorf. Frau Nusser zeigte die wertvolle Kunsthandwerkstechnik , bei der auf Seide, Spitze, Samt oder Leinen Motive mittels Bouillon, Flitter, Lahn und handgeschlagenen vergoldeten Pailletten aufgestickt werden. Zusätzlich werden die Motive mit Nadelmalerei (einer Technik, bei der in verschiedenen Farben vorgezeichnete Muster gestickt werden) ergänzt. Auch Frau Rosi Bauer präsentierte an allen drei Tagen an besonders aufwendigen Stücken ihre gelernte Handwerkskunst und zeigte, wie man Andachtsbilder aus Papierspitze schneidet und Klosterarbeiten herstellt. Diese alte Kunsthandwerkstechnik aus dem 18.Jahrhundert wurde ursprünglich von Nonnen gepflegt und diente zur Verzierung von Reliquien und Andachtsgegenständen mittels Perlen, Halbedelsteinen sowie Gold- oder Silberdraht. Diese filigrane Kunst, bei der Zeit und Geduld eine sehr große Rolle gespielt haben, war fast vom Aussterben bedroht. Dank Frau Rosi Bauer und ihren Genossinnen der Klosterkunst werden diese kostbaren Techniken der religiösen Volkskunst fortgeführt und so hoffentlich noch über viele Generationen weitergetragen.

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