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Die Entstehung des Schäfflertanzes

Berchtesgaden

Die Entstehung des Schäfflertanzes

Wie viele traditionelle bayerische Tänze hat auch der Schäfflertanz sehr alte Wurzeln:
Im Jahr 1517 wurde München von der Seuche heimgesucht. Hunger und der „Schwarze Tod“ hielten grausame Ernte. Niemand traute sich mehr auf die Straßen, jeder scheute den Kontakt zu den anderen, um sich nicht anzustecken. Nur der Pichplatz der Schäffler in der Fassbinderei der Brauerei war noch ein letzter Zufluchtsort. Als die Pest endlich zu Ende ging, kamen die Schäffler zusammen und beschlossen, wieder Leben in die ausgestorbene Stadt zu bringen. Bereits seit alters her übten die Schäffler einen beliebten Zunfttanz aus, den sie nun überall vorführten, um wieder Lebensfreude zu wecken und der verzweifelten Bevölkerung neuen Mut zu machen. Der Ruf „Die Schäffler kommen!“ hallte durch die leeren Straßen. Als nun die fröhliche, farbenfrohe Truppe mit klingendem Spiel einherzog, trauten sich die Leute wieder aus den Häusern. Bald verschwand alle Traurigkeit, die Krankheit verebbte und Leben und Lachen kehrten in die Stadt zurück. Die bis dahin für die adelige Landesführung nicht standesgemäßen Schäffler wurden in Anerkennung ihrer Initiative vom damaligen Landesherrn Herzog Wilhelm IV, der auch das Reinheitsgebot für das Bierbrauen erließ, an den Hof geladen und erhielten von ihm den Auftrag, den Tanz künftig alle 7 Jahre aufzuführen sowie das Recht, auf ihrer Schürze die Krone zu tragen. Im Jahre 1928 entschloss sich der TSV Berchtesgaden zur Belebung des Faschings und zur Finanzierung der 1925 neu erbauten Turnhalle an der Turnergasse, auch in Berchtesgaden den Schäfflertanz einzuführen. Der schöne Brauch des Schäfflertanzes fand seit 1928 viel Anklang und brachte immer wieder viel Fröhlichkeit in den Markt. Der Tanz wurde zwischenzeitlich 11 Mal aufgeführt. Lediglich 1942 musste er entfallen, weil die Männer im Krieg waren. Seit jeher hat der Schäfflertanz in Berchtesgaden allgemein Wohlgefallen ausgelöst und bei vielen Bürgern Unterstützung gefunden. Als Breitensportverein mit ca. 1600 Mitgliedern ist er doch ein bedeutendes gemeinnütziges Unternehmen in den Diensten der Volksgesundheit. Alle 7 Jahre finden die Schäfflertänze jeweils in der Zeit zwischen dem Freitag vor dem Faschingswochenende und dem Faschingsdienstag statt. Der 1. Tanz wird stets bei der Grund- und Mittelschule am Bacheifeld aufgeführt, der 2. Tanz findet dann beim Rathaus für den Bürgermeister, die Angestellten und Arbeiter der Gemeinde sowie für die Bürger Berchtesgadens statt.

Die nächsten Schäffler Tänze finden in der Faschingswoche in der Zeit von Freitag 01.03. – Dienstag 05.03.statt.
Die traditionelle Schäfflertracht besteht aus hellroter Jacke, schwarzer Kniehose, weißen Strümpfen, schwarzen Allgäuer-Schuhen mit Metall-Schnalle, einem Lederschurz mit gekröntem Wappenschild, dem schwarzen Pestband quer über dem weißen Hemd, schwarzer Fliege, weißen Handschuhen und einer grünen Schlegelmütze mit weiß-blauen Bommeln.

Die Tanzfolge

Der Schäfflertanz beginnt mit dem Einmarsch. Vorneweg spielen 10 Musikanten der Berchtesgadener Marktmusik den Bayerischen Defiliermarsch, danach folgen der Fahnenträger mit der Schäfflerfahne, der Vorstand, die Reifenschwinger, die Fasslklopfer sowie 18 Tänzer mit grünen Girlandenbögen. Angeführt von den beiden Vortänzern werden dann die Tanzfiguren „Schlange“, „Laube“, „Kreuz“ und „Krone“ getanzt. Nach dem „Changieren“ treiben die Fasslklopfer mit dem Setzzeug einen Eisenreifen auf das Fass. Danach macht der Reifenschwinger das „Meisterstück“:
Er schwingt den Reifen, in welchen Schnapsgläser gestellt sind, so, dass diese nicht herausfallen und lässt den Besteller des Tanzes hochleben. Jetzt versucht ein Kasperl diese „Meisterstück“ nachzumachen und bringt dabei allerlei lustige Späße vor. Gleichzeitig werden die Zuschauer vom zweiten Kasperl „gesaubladert“, um ihnen ihre Freudlosigkeit auszutreiben. Mit einem schneidigen Marsch wird zuletzt wieder ausmarschiert.

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