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Barbara Tassani-Prell im Interview

Berchtesgadener Land

Barbara Tassani-Prell im Interview

Berg-, Straßen-, und Marathonläufer in im Interview

Seit wann schnürst du deine Laufschuhe?
Mit Anfang 20 habe ich öfter einmal eine Runde gedreht. Dann habe ich die Laufschuhe wieder stehen lassen, bis ich meinen Mann Stephan kennengelernt habe. Mit ihm habe auch ich den Laufsport für mich entdeckt.

Worin liegt der Reiz?
Im Laufschritt komme ich schneller voran. Im Laufschritt erreiche ich einen Berggipfel schneller als im Wandertempo. Wie lange ich genau brauche bis an die Bergspitze spielt mit zunehmendem Alter eine untergeordnete Rolle.

Du läufst Strecken über die Marathon-Distanz hinaus –
oft bergauf. Was reizt dich an der Distanz?
Da ist eine Strecke von A nach B. Die habe ich vor mir. Ich mache mich auf den Weg, erfreue mich auf dem Weg an der Begegnung mit Wetter, Panorama, Flora und Fauna, Menschen. Der Distanz begegne ich mit Respekt. Ich taste mich in einem langsamen Tempo an die Strecke heran. Schließlich habe ich die Distanz bewältigt und fühle mich gut.

Steckt hinter diesem Gut-Gefühl der heilige Gral –
das Runner’s High?
Meist ist das mehr ein Glücksgefühl. Das Hochgefühl erlebt ein Läufer äußerst selten. Ich denke, ich habe dieses umschwärmte Runner’s High erlebt, als ich 2000 bei meinem zweiten Marathon in Florenz die Läuferin vor mir überholt habe und mir letztlich den siebten Gesamtsieg der Damen gesichert habe – in drei Stunden und neun Minuten. Tolles Gefühl! 2019 bin ich mit Freunden zum Everest Base Camp gelaufen. Als wir schließlich nach zwölf Tagen dort angekommen sind, habe ich wohl auch dieses Hochgefühl gespürt. Echt schön!

Wow! Apropos, welche für dich bedeutenden
Erfolge hast du bereits gefeiert?
Den Firenze Marathon zähle ich zu meinen Erfolgen. 2003 habe ich den Untersberg Marathon gewonnen. Familie und Freunde haben an der Strecke gestanden, mich angefeuert. Das hat mich beflügelt. 2006 haben mein Mann Stephan und ich auf dem Transalpine Run den dritten Mixed-Platz gemacht. Der Transalpine Run ist ein Etappenlauf, bei dem Zweier-Teams an den Start gehen und in acht Tagen die Alpen überqueren. 200 bis 300 Kilometer, 15000 Höhenmeter sind zu bewältigen. Wir haben sogar einige Etappen gewonnen. 2008 bin ich im Damenteam wieder den Trail gelaufen dann auf den fünften Platz.

Wie bereitest du dich auf die Läufe vor?
Aktuell trainiere ich auf den Dalmatija Ultra Trail am 17. Oktober. Ich habe nur am Wochenende Zeit fürs Training. Ich laufe meist die Route rund um den Staufen – 33 Kilometer – oder rund ums Lattengebirge – 35 Kilometer. Ich trainiere stets das ganze Jahr über –
im Winter auf Touren- oder Langlaufskiern. Nach den ersten Laufeinheiten im Frühling habe ich leichten Muskelkater. Doch ich bin fit und bin schnell in Topform. Die letzte Woche vor dem Rennen ruhe ich mich aus.

Du läufst meist Trails. Warum?
Trail Rennen laufe ich nicht stupide mit einer Masse. Ich achte auf den Weg. Schließlich will ich mich nicht verlaufen. Mittlerweile schreiben die Veranstalter vor, dass jeder Läufer die GPS-Daten der Stecke in seiner Fitness-Uhr eingespeichert hat. Im Trail konfrontieren mich unterschiedliche Bedingungen – Untergrund, Witterung.

Wie motivierst du dich vor dem Lauf und währenddessen,wenn es zäh wird?
Vor dem Lauf motivierten mich eben die Begegnungen auf der Strecke. Besonders gerne erkunde ich neues Terrain. Wenn der Körper auf der Strecke schlapp macht, gibt es ein Energy Gel oder ein Energy Gummibärchen.

Das schmeckt?
Ja! ich habe da meine Favoriten, die echt gut schmecken. Im
Training oder Wettkampf habe ich oft richtig Lust darauf.

Läufer beschäftigen sich gerne mit Ernährung. Pumpen sich auf Nudelpartys mit Kohlenhydraten voll.
Wie ernährst du dich?
Ganz normal! Ich habe schon auf zig Nudelpartys Spagetti gegessen. Auf diesen Partys ist mir zu viel Remmidemmi. Außerdem esse ich nicht übermäßig viele Kohlenhydrate vor einem Contest.
Ich bin in Bestform, wenn ich vor dem Lauf esse, wie ich immer esse. Nach dem Lauf habe ich dann richtig Hunger. Ich gehe auf eine Pizza.

Zur Person: Barbara Tassani-Prell, 47 Jahre
Wohnort: Ainring
Beruf: Kauffrau im Einzelhandel und Bürokauffrau im
Familienbetrieb Laufsport Tassani, Inhaberin der Lauf- und
Walkingschule Piding
Familie: Verheiratet
Hobbys: Skitouren gehen, langlaufen, kochen

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